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Allergien

Allergien rechtzeitig erkennen

   

So erkennen Sie rechtzeitig die ersten Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Nagelprodukte.

"Einer meiner Nägel hebt sich etwas vom Nagelbett ab", sagte kürzlich eine Kundin zu mir. Ich sah mir ihren Naturnagel an, konnte mir aber nicht erklären, wo das Problem lag. Ich fragte sie: „Haben Sie sich verletzt? Tut es weh?" Sie antwortete auf beide Fragen mit „Nein", daher schüttelte ich zunächst meinen Kopf und begann dann, ihre Nägel zu machen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dieses leichte Abheben der Nagelplatte vom Nagelbett auch ein frühes Symptom für eine allergische Reaktion auf ein Nagelprodukt sein kann. Inzwischen hat die Wissenschaft jedoch das Thema Allergie besser erforscht und so genannte Allergene können mit relativ einfachen Methoden aufgespürt und vermieden werden.

Sowohl trockene Nagelhaut (links), wie auch ein gerötetes Nagelbett (rechts) sind frühe Anzeichen für eine Allergie.

Die allergische Reaktion: 
Die sogenannte Kontaktdermatitis ist die häuftigste Form von Hautkrankheiten. Sie tritt in zwei Formen auf: als toxisch degenerative Kontaktdermatitis (Hautirritationen) und als allergische Dermatitis. Die erste Form wird durch eine physikalische oder chemische Substanz ausgelöst, welche die Haut dann beschädigt, wenn sie in ausreichender Konzentration über einen gewissen Zeitraum oder mit einer gewissen Häufigkeit damit in Berührung kommt. Hautirritationen können von vielen Substanzen ausgelöst werden. Zu den Symptomen gehören starke Austrocknung und Schälen, verschiedene Ekzemformen, sowie akute Verätzungen der Haut. Meistens tritt diese Variante, ausgelöst durch häufiges Waschen, an der Hand auf.

Bei der allergischen Kontaktdermatitis handelt es sich dagegen um eine verzögerte Hypersensibilisierung, bei der die auslösende Chemikalie eine Reaktion hervorruft, die sich im Laufe der Zeit und bei zunehmendem Kontakt verschlimmert. Die Sensibilisierung beginnt mit einer negativen Reaktion auf das Antigen und von diesem Moment an diagnostiziert die Haut die Chemikalie als Feind.

Bei weiteren Kontakten mit dem Allergen beginnt das Immunsystem mit der Selbstverteidigung gegenüber dem „einfallenden" Allergen, indem es „Schutz" in Form von Hautrötungen, Jucken, Anschwellen und in einigen Fällen sogar Blasen in den Kontaktbereich sendet. Die Stärke dieser Reaktionen variiert von leicht bis hin zu heftigsten Symptomen, die eine medizinische Behandlung erfordern. Solche Reaktionen können bereits nach vier Stunden auftreten, in den meisten Fällen dauert es jedoch 24 bis 48 Stunden nach dem Hautkontakt mit dem Allergen bis zur ersten Reaktion. Hände sind, wie gesagt, am häufigsten von dieser Kontaktdermatitis betroffen. Die entscheidende Frage ist daher, wie man als professioneller Nageldesigner das Risiko für solche Allergien minimieren kann.

Wenn beispielsweise die allergische Reaktion an der Haut rund um die Nagelplatte beginnt, ist anzunehmen, daß ein Nagelprodukt, welches bei der Maniküre angewendet wurde, diese Allergie ausgelöst hat. Ebenso ist anzunehmen, dass es sich um ein Nagelprodukt als Allergen handelt, wenn die Irritation im Bereich der Nagelplatte beginnt und sich nicht weiter als bis zum ersten Knöchel ausbreitet. Die einizige Möglichkeit für eine genaue Diagnose des Allergens bei der allergischen Kontaktdermatitis ist der sogenannte Patch-Test, bei dem Pflaster mit Produkt auf die Haut geklebt werden auch nach Aussagen von führenden Allergologen gibt es weltweit mehrere Millionen von bekannten natürlichen und synthetischen Chemikalien, wovon mittlerweile etwa 3.700 als Allergen gelten. Natürlich wäre es ineffektiv, eine zufällige Auswahl aus und diese an einem Kunden zu testen.

Man sollte daher zunächst ein Interview führen, um mögliche Auslöser genauer einzugrenzen. Wenn eine betroffene Kundin beispielsweise Kunstnägel trägt und nur im Bereich der Nägel allergische Symptome hat (also an keiner anderen Körperstelle), ist die allergene Substanz sehr wahrscheinlich in diesem Bereich zu suchen. Wenn sie Naturnägel trägt und kürzlich eine Maniküre bekommen hat oder Heimpflegeprodukte,wie z.B. Nagelhärter anwendet, ist es dagegen wahrscheinlicher, dass sich die auslösende Substanz in diesem Produktbereich befindet.

Auch Nageldesigner können mit allergischen Reaktionen konfrontiert werden! Erkennen Sie die Zeichen!

Das erste Stadium einer potentiellen Allergie auf Nagelprodukte ist normalerweise für einen Nageldesigner nicht sofort erkennbar. Diese Symptome sollten Sie beachten: Pressen oder Pochen. Ein frühes Zeichen für ein allergisches Symptom ist das Gefühl, dass man den Nagel nach dem Anbringen von Kunstnägeln oder dem Auftrag eines Produktes auf den Naturnagel gerne etwas drücken möchte. Wenn Sie bemerken, daß die Kundin einige Zeit nach dem Auffüllen der Nägel diese horizontal, vertikal oder in beide Richtungen preßt, sollten Sie aufmerksam werden. Vielleicht beschwert sie sich auch über ein Pochgefühl nach der Behandlung, so als würden ihre Nägel mit dem Herzschlag schlagen.

Das kann natürlich auch durch Überfeilen entstehen. Wenn man das Nagelbett mit aggressivem Feilen reizt, kann dieses pochende Gefühl ebenfalls entstehen. Rötungen und Juckreiz. Ein weiteres frühes Symptom sind Rötungen und/oder Juckreiz, mit oder ohne Onycholysis. Kurzzeitige Rötungserscheinungen rund um die Nagelhaut treten normalerweise vor dem Juckreizstadium auf. Von einer ausgewachsenen Allergie kann man sprechen, wenn der Juckreiz auch lange nach dem Auftragen des Produktes anhält. Dieser Juckreiz kann sogar die Ursache für Schlafstörungen sein. Beachten Sie, dass schon die kleinste Rötung ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein könnte. Und hören Sie Ihren Kunden zu. Achten Sie auf Aussagen wie „Meine Haut sieht etwas geschwollen aus" oder „Meine Finger fühlten sich letzte Woche etwas wund an."Trockene Nagelhaut. Ein weiteres Zeichen ist eine extrem ausgetrocknete Nagelhaut. Wenn das nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt wird, kann die Nagelhaut und das umliegende Hautgewebe aufbrechen. Onycholysis. Die Nagelplatte der Kundin hebt sich möglicherweise geringfügig vom Nagelbett ab - eine undefinierte Smile Line, eine Hyponychium, das gerader als normal verläuft.

Ihr Diamonds® Nails Team
Redaktion: Juni 2007